So, nach langer Schreibpause melden wir uns endlich mal wieder.
Nach einem wie immer partyreichen vorletzten Wochenende hieß es für mich am Montagmorgen um 5.30 Uhr aufzustehen, um Yvonne von ihrem einwöchigen Urlaub in Kilkenny abzuholen.

Mal abgesehen von meiner endlosen Müdigkeit lief alles soweit gut, doch für Yvonne, die am Morgen heftigen Durchfall bekommen hatte, war die Fahrt eine echte Qual. Und schon am nächsten Tag wurde es noch schlimmer: Nierenentzündung!
Da der Arzt nicht ganz sicher war, ob hinter den Schmerzen nicht auch noch der Blinddarm steckt, wurde Yvonne sie noch am selben Tag ins Krankenhaus eingeliefert, um einige Tests durchzuführen. Dort verbrachten wir beide dann den kompletten Tag und am Ende entschied man sich, sie für eine Nacht dort zu behalten. Tatsächlich wurde die Arme dann aber erst am Freitag entlassen. Ich denke aber, dass ihr die Erfahrung im Nachhinein gut getan hat, denn Yvonne ist relativ personenfixiert und abgesehen davon, dass ich während der Untersuchungen am ersten Tag die ganze Zeit ihre Hand halten sollte, hatte sie ebenso vor dem Alleinsein in der Nacht panische Angst.
Jetzt nicht mehr.


Am Mittwoch dann wurde hier in Dublin anlässlich des “International Volunteer Day” eine große Party für Volontäre aus Dublin und Umkreis organisiert. Endlich mal werden unsere Mühen honoriert! 
Insgesamt war es ein sehr schöner und lustiger (und betrunkener) Abend, an dem wir unter anderem Tanjas Freund Zeller, der in Cork volontiert, aber auch einige Leute vom C.A.M.P. wiedergetroffen haben. Ach ja und beim großen “raffle” (nicht Waffel, Stefan!) hat unsere Mitbewohnerin Katrin einen Tag mit einer der beiden Live-Bands gewonnen
– wir beide allerdings gingen trotz jeweils fünf Losen leider leer aus…

Tanja & Zeller

sehr schön…;) links: Denise vom C.A.M.P.

Ja, reicht!
Donnerstag Nachmittag fand dann endlich das lang versprochene Meeting mit Eamonn, unserem Chef-Chef statt, bei dem das Thema “Chiara” ausgiebig besprochen wurde. Viele von euch haben sicherlich schon mitbekommen, dass Chiara ein etwas schwieriger Charakter ist, der oft leider zu Egoismus neigt. Und so wurden nun einige Maßnahmen entwickelt, die es vor allem dem Staff einfacher machen sollen, mit ihrem Verhalten klarzukommen. Da wir nicht das allergrößte Vertrauen in das Gelingen haben, werden wir euch berichten, wenn eine dieser Maßnahmen ausnahmsweise erfolgreich war
.
Womit wir beim letzten Wochenende angelangt sind.
Geplant war eigentlich, dass Tanja und ich uns freitags mit Daryl & Andy (den beiden Iren) treffen, am Samstag einige Leute im Bewley’s Oriental Café (einem etwas feineren Café) zum Frühstück treffen, danach auf den Künstler-Weihnachtsmarkt in Temple Bar gehen und abends auf einer Party der “Mad-Family” (wie sich Micheles neues Appartment nennt) in meinen Geburtstag reinfeiern. Für Sonntagabend war außerdem geplant, bei Irene einen “deutschen” Abend mit Lebkuchen und Stollen zu veranstalten um später im “The Celt” neben dem ein oder anderen Pint einer irischen Sängerin, von der alle schwärmen, zu lauschen.
Pustekuchen.
Alles fing damit an, dass Tanja Freitagmorgens mit hohem Fieber und Halsschmerzen aufwachte. Im Nachhinein entpuppte es sich als Mandelentzündung.
Freitagabend zumindest fiel damit leider flach.
Das Frühstück am Samstag war wirklich schön, auch wenn da schon mal klar wurde, dass Tanja abends nicht mitkommen würde und auch Lina war leider krank.

Nur nicht die Laune verderben lassen, es gibt ja zum Beispiel noch den netten Weihnachtsmarkt, auf dem sogar “German Mulled Wine” angeboten werden würde…
Leider wusste niemand etwas von einem Weihnachtsmarkt in Temple Bar und während wir so im Regen herumstanden und Weiteres planten, verging mir die Weihnachtsstimmung doch auch sehr schnell.

Shoppingcenter mit “Weihnachtsmann-Grotte” (links)

Und das? Ja richtig, DAS ist ein Weihnachtsmarkt mit in Cellophan eingepackten Büdchen!

Selbstverständlich mit allem, was zu einem richtigen Weihnachtsmarkt gehört!
Nachdem wir den Rest des Tages also mit Shopping verbracht hatten, gönnten Stefan, Katrin und ich uns noch ein schönes Abendessen aus lecker Käse, Weißbrot, Salat und Wein und machten uns dann auch schon auf den Weg zum Spire, um Jan dort zur Party abzuholen.
Leider war diese eine der ersten Parties bei Michele, die nicht absolut super war…eigentlich sogar nicht besonders war. Zu viele Leute, die wir nicht kannten, zu viele Leute, die Gäste aus Spanien oder Italien von unseren Bekannten waren. Resultat war, dass man meist etwas ziellos von einer spanisch- oder italienisch-sprechenden Ecke in die nächste trottete ist und insgesamt manchmal doch recht ratlos in der Gegend herumstand. Nicht mal Frusttrinken half! Mein persönliches Highlight, als wir gehen wollten, war jedoch, dass sich weder mein Schal noch meine Jacke finden lassen wollten. Da ich bis jetzt noch nichts davon gehört habe, nehme ich an, dass sie eine der vielen “Ein-Party-Fliegen” im Suff versehentlich mitgenommen hat. Grr!
Glücklicherweise hatte mir Michele noch einen einfachen Pullover mitgegeben, denn an der Bushaltestelle wurde nämlich schnell klar: Hier fährt kein Nitelink! So trug der einstündige Nachhauseweg auch nicht wirklich zur Besserung meiner Laune bei.
Sonntag: Tanja, immer noch krank, würde auch an diesem Abend zu Hause bleiben. Und nach einem leckeren Frühstück mit Croissants (Danke, Katrin!) beschloss ich, dass jetzt nur Frustshopping helfen würde. Tatsächlich ergatterte ich ein schönes Kleid und Stiefel und meine Laune besserte sich zumindest für eine Weile – bis mir Irene schrieb, dass sie ihren Essay für die Uni noch einmal neu schreiben müsste und der “deutsche” Abend leider nicht klappen würde.
Vollends frustriert von so vielen unglücklichen Zufällen telefonierte ich zu Hause erst einmal stundenlang, um meiner Enttäuschung Luft zu machen (Danke, Schatz, dass ich dir die Ohren vollheulen durfte!). Ironischerweise erhielt ich um halb elf abends dann noch eine SMS von Irene, dass sie ihren Essay doch schon fertig hätte und wir uns jetzt im “The Celt” treffen könnten. Doch da saß ich schon längst in meinem kuschelig-warmen Zimmer und guckte, mit Decke, Baumkuchen und einer Tasse Yogi-Glückstee bewaffnet, einen Film…
Mein Zwanzigster.
Lea